Krypto-Lending, auch bekannt als Verleih von Kryptowährungen, ermöglicht es Nutzern, ihre digitalen Vermögenswerte (wie Bitcoin, Ethereum, Stablecoins usw.) an andere zu verleihen und dafür Zinsen zu erhalten. Nach einer vereinbarten Laufzeit erhalten die Kreditgeber ihr Kapital und die vereinbarten Zinsen zurück. Kreditnehmer können andere Nutzer oder Krypto-Börsen sein.
Beispiel: Sie verleihen 100 BUSD auf Binance Lending mit einem Zinssatz von 10 % pro Jahr für 14 Tage. Nach 14 Tagen erhalten Sie 100 BUSD plus Zinsen zurück.
=> Zinsen = 100 x 10 % x 14/365 = 0,38 BUSD (ca.).
=> Gesamtertrag = 100 + 0,38 = 100,38 BUSD.
Krypto-Lending wird auf zentralen Krypto-Börsen (CEX) wie Binance, Huobi, FTX usw. oder auf dezentralen Plattformen (DeFi) wie Aave, Compound, MakerDAO usw. angeboten.
Vorteile von Krypto-Lending:
- Passives Einkommen aus ungenutzten digitalen Vermögenswerten generieren.
- Zinssätze sind oft höher als bei traditionellen Sparanlagen.
- Flexibilität hinsichtlich der Leihdauer und der Art der Vermögenswerte.
Nachteile von Krypto-Lending:
- Risiko von Preisschwankungen der Sicherheiten. Wenn der Wert der Sicherheiten stark fällt, können Kreditgeber einen Teil oder ihr gesamtes Kapital verlieren.
- Plattformrisiko: Die Lending-Plattform kann angegriffen werden oder technische Probleme haben.
- Liquiditätsrisiko: Schwierigkeiten bei der Auszahlung von Geldern oder Vermögenswerten bei Bedarf.
Arten von Krypto-Lending:
- Peer-to-Peer-Lending (P2P-Lending): Kreditgeber und Kreditnehmer interagieren direkt miteinander über Smart Contracts, ohne Zwischenhändler.
- Übersicherte Kredite (Over-Collateralized Lending): Kreditnehmer müssen Sicherheiten im Wert von mehr als dem Kreditbetrag hinterlegen, um die Rückzahlung zu gewährleisten.
- Unterschützte Kredite (Under-Collateralized Lending): Kreditnehmer müssen nur Sicherheiten im Wert von weniger als dem Kreditbetrag hinterlegen, basierend auf ihrer Bonität. Diese Form ist noch relativ neu und weniger verbreitet.
Wichtige Parameter beim Krypto-Lending:
- Zinssatz (Interest Rate): Je höher der Zinssatz, desto höher der Gewinn, aber auch das Risiko.
- Leihdauer (Lending Time): Je länger die Leihdauer, desto höher können die Zinsen sein, aber die Liquidität ist geringer.
- Vermögenswerte (Lending Assets): Es sollten Vermögenswerte mit Stabilität und Wachstumspotenzial gewählt werden.
- Gesamtwert der gesperrten Vermögenswerte (Total Value Locked – TVL): Ein hoher TVL zeigt, dass die Plattform vertrauenswürdig ist und viele Nutzer anzieht.
Funktionsweise von Krypto-Lending:
Auf zentralen Börsen wird Krypto-Lending oft verwendet, um Kapital für Margin Trading (Handel mit Hebelwirkung) bereitzustellen. Auf DeFi-Plattformen basiert Krypto-Lending auf Smart Contracts, die den Kreditvergabe- und Rückzahlungsprozess automatisieren. Die Zinssätze werden durch Angebot und Nachfrage am Markt bestimmt.
Auswirkungen von Krypto-Lending auf den Coin-Preis:
Krypto-Lending kann den Coin-Preis beeinflussen, indem es das zirkulierende Angebot reduziert (da Vermögenswerte in Smart Contracts gesperrt sind) und die Nachfrage nach dem Coin erhöht, um am Lending teilzunehmen. Das Ausmaß der Auswirkungen hängt jedoch von vielen anderen Faktoren ab, wie dem Gesamtangebot des Coins, dem Handelsvolumen und der Marktstimmung.
Krypto-Lending ist eine vielversprechende Aktivität im Kryptomarkt, die den Nutzern die Möglichkeit bietet, Gewinne zu erzielen. Es ist jedoch wichtig, sich über die Risiken zu informieren und eine seriöse Plattform zu wählen.