Schwindel (Vertigo) ist eine Scheinbewegung, bei der Betroffene das Gefühl haben, dass sich die Umgebung um sie dreht oder sie sich selbst drehen. Physiologischer Schwindel kann beispielsweise beim Fahren in einem Zug oder Auto auftreten, da sich das Gleichgewichtssystem noch nicht angepasst hat.
Begleitsymptome von Schwindel
- Übelkeit und Erbrechen
- Gang- und Standunsicherheit
- Gefühl der Schräglage
- Räumliche Desorientierung
- Nystagmus (Augenzittern)
- Gleichgewichtsverlust ohne Schwindel
Ursachen von Schwindel
Es gibt zwei Hauptursachen für Schwindel: periphere und zentrale Ursachen.
a) Periphere Ursachen
- Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPLS)
- Neuritis vestibularis
- Herpes Zoster Oticus (Ramsay-Hunt-Syndrom)
- Morbus Menière
- Labyrinthtrauma
- Bogengangdehiszenzsyndrom
- Cogan-Syndrom
- Vestibuläre Migräne
- Akustikusneurinom
- Aminoglykosid-Ototoxizität
- Mittelohrentzündung
b) Zentrale Ursachen
- Vestibuläre Migräne
- Hirnstamminfarkt
- Kleinhirninfarkt und -blutung
- Chiari-Malformation
- Multiple Sklerose
Peripherer Schwindel hat seinen Ursprung außerhalb des zentralen Nervensystems, insbesondere in den Bogengängen, und macht > 90 % der Schwindelfälle aus. Die häufigste Ursache ist der benigne paroxysmale Lagerungsschwindel und die Neuritis vestibularis. Zentraler Schwindel hat seinen Ursprung im zentralen Nervensystem und ist seltener.
Ursachen für Schwindel sind unter anderem Probleme im Innenohr, im zentralen Nervensystem und andere Faktoren.
Notwendige Untersuchungen
Untersuchungen sind notwendig, wenn der Schwindel auf gefährliche Ursachen wie einen Schlaganfall im Gehirn oder Kleinhirn hindeutet. CT und MRT sind zwei bildgebende Verfahren, die bei Verdacht auf solche akuten, gefährlichen Erkrankungen durchgeführt werden.
Weitere Untersuchungen können bei Verdacht auf andere spezifische Erkrankungen durchgeführt werden.
Behandlung von Schwindel
Akuter und leichter Schwindel verschwindet oft von selbst und bedarf keiner Behandlung.
Schwindel mit unangenehmen Begleiterscheinungen wie Erbrechen wird mit folgenden Medikamentengruppen behandelt:
- Antihistaminika: Meclizin, Dimenhydrinat, Diphenhydramin
- Benzodiazepine: Diazepam, Lorazepam, Clonazepam, Alprazolam
- Antiemetika: Ondansetron, Prochlorperazin, Promethazin, Metoclopramid, Domperidon
- Tanganil 500 mg, intravenös aufgeteilt in 2 Dosen oder als Infusion) x 5-7 Tage
- Oder Tanganil 500mg x 4 Tabletten/Tag x 5-7 Tage.
Bei Schwindel mit gefährlichen Ursachen wie Hirnstamm- oder Kleinhirninfarkt ist eine stationäre Überwachung und spezielle Behandlung erforderlich.