Scheidentrockenheit, auch bekannt als vaginale Atrophie, ist ein Zustand, bei dem die Scheide aufgrund eines Östrogenmangels trocken, dünn und anfällig für Entzündungen wird. Dieser Zustand tritt häufig in und nach den Wechseljahren auf, wenn der Körper weniger Östrogen produziert, was dazu führt, dass das Scheidengewebe nicht ausreichend befeuchtet und elastisch ist. Dies macht die Scheide nicht nur anfälliger für Entzündungen, sondern beeinträchtigt auch die Lebensqualität und das Sexualleben der Frau.
Scheidentrockenheit entsteht, wenn das Scheidengewebe aufgrund eines sinkenden Östrogenspiegels dünner, trockener und weniger elastisch wird. Östrogen ist das weibliche Hormon, das für die Gesundheit der Scheide verantwortlich ist. Wenn der Östrogenspiegel sinkt, werden die Scheidenwände dünner, weniger elastisch und produzieren weniger Feuchtigkeit. Dies kann zu Symptomen wie Scheidentrockenheit, Juckreiz, Brennen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr führen. Scheidentrockenheit tritt häufig nach den Wechseljahren auf, kann aber auch bei Frauen auftreten, denen die Eierstöcke entfernt wurden oder die sich einer Brustkrebsbehandlung unterziehen. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, um die Symptome der Scheidentrockenheit zu lindern.
Laut einem Bericht von Belal Bleibel et al. aus dem Jahr 2023 ist Scheidentrockenheit am häufigsten bei Frauen nach den Wechseljahren anzutreffen. Während etwa 15 % der Frauen vor den Wechseljahren Symptome einer Scheidentrockenheit haben, sind es bei Frauen nach den Wechseljahren bis zu 57 %.
Die Hauptursache für Scheidentrockenheit ist der Rückgang der Östrogenproduktion, der dazu führt, dass das Scheidengewebe dünner, trockener, weniger elastisch und anfälliger für Entzündungen wird. Einige Ursachen, die mit dem Östrogenrückgang und dem damit verbundenen Krankheitsrisiko in Verbindung gebracht werden, sind: Wechseljahre und Prämenopause, operative Entfernung der Eierstöcke, Stillen nach der Geburt, Einnahme bestimmter Krebsmedikamente oder Östrogenblocker, Strahlentherapie oder Chemotherapie im Beckenbereich.
In den Wechseljahren und der Prämenopause kann der Östrogenspiegel im Körper einer Frau um bis zu 85 % sinken. Der Östrogenmangel in den Wechseljahren führt dazu, dass das Scheidengewebe an Dicke, natürlicher Feuchtigkeit und Elastizität verliert. Dies führt zu einer Verringerung des Scheidensekrets und einer Veränderung des Säurehaushaltes in der Scheide. All diese Faktoren tragen dazu bei, dass das Scheidengewebe empfindlicher und anfälliger für Scheidentrockenheit wird.
Scheidentrockenheit ist die Ursache für die damit verbundenen Symptome, die zusammenfassend als urogenitales Syndrom der Menopause bezeichnet werden. Zu den Symptomen und Anzeichen dieses Syndroms können gehören: Scheidentrockenheit, Brennen in der Scheide, ungewöhnlicher Scheidenausfluss (oft gelblich), Juckreiz im Bereich der äußeren Genitalien, häufiger Harndrang, brennendes Gefühl beim Wasserlassen, wiederkehrende Harnwegsinfektionen, Harninkontinenz, Blut im Urin, leichte Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr, verminderte Scheidenbefeuchtung beim Geschlechtsverkehr.
Obwohl Scheidentrockenheit in der Regel keine unmittelbare Lebensgefahr darstellt, kann sie die Lebensqualität einer Frau erheblich beeinträchtigen. Symptome wie Trockenheit, Brennen, Juckreiz, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und sogar Blutungen können unangenehm sein und das Selbstvertrauen vieler Frauen beeinträchtigen. Darüber hinaus kann dieser Zustand aufgrund des Wachstums schädlicher Bakterien in der Scheide das Risiko für Scheiden- und Harnwegsinfekte erhöhen.
Die Diagnose der Scheidentrockenheit beginnt in der Regel mit der Beurteilung der Symptome und der Erhebung der Krankengeschichte und der Operationsgeschichte der Patientin. Der Gynäkologe wird verschiedene Methoden anwenden, um eine möglichst genaue Diagnose zu gewährleisten, darunter: Beckenuntersuchung, Urinuntersuchung, Untersuchung des Säurehaushaltes.
Tatsächlich ist Scheidentrockenheit nicht vollständig heilbar, da es sich um ein natürliches physiologisches Phänomen handelt. Das Hauptziel der Behandlung von Scheidentrockenheit ist die Kontrolle der Symptome und die Vorbeugung von damit verbundenen Komplikationen. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten für Scheidentrockenheit: lokale Östrogentherapie, Östrogenersatztherapie (systemisches Östrogen), nicht-hormonelle Behandlungsmethoden (Gleitmittel und Feuchtigkeitscremes, Laserbehandlung, Vaginaldilatatoren).
Obwohl es keine Möglichkeit gibt, Scheidentrockenheit bei Frauen vollständig zu verhindern, können Frauen folgende Maßnahmen ergreifen, um die Gesundheit ihrer Scheide zu erhalten und die durch die Krankheit verursachten Beschwerden zu lindern: regelmäßiger Geschlechtsverkehr, Verwendung von Vaginalfeuchtigkeitscremes, Verwendung von Gleitmitteln beim Geschlechtsverkehr, Beckenbodenübungen (Kegel-Übungen), Rauchverzicht, gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, regelmäßige gynäkologische Untersuchungen.